Aus dem wirklichen Leben
Ein Student kam zu mir mit dem Anliegen, seine Angst
in den Griff zu bekommen. Es ging um eine Prüfung, die notwendig war, um
das Diplom zu erreichen. Bis dahin hatte er alle Leistungen über
Sonderregelungen schriftlich oder auf anderen Wegen erbringen können.
Dieses Mal bestand diese Möglich jedoch nicht. Folglich
überlegte er, das Studium abzubrechen und etwas anderes zu beginnen. In
seinen ursprünglichen Job wollte er nicht zurückkehren, da er dann ein
Bewerbungsgespräch hätte führen müssen, das genauso schlimm wie eine Prüfung gewesen wäre.

Nun wurde zeitgleich
seine Freundin schwanger und er sah sich in der Situation, in näherer
Zukunft eine kleine Familie ernähren zu müssen. Freudig entsetzt über
die neue Lage, stellte er fest, dass er ohne Abschluss und ohne Job
kaum eine Chance haben würde, seiner kleinen Tochter eine vernünftige
Kindheit zu ermöglichen und darüberhinaus auch gerne die Möglichkeit hätte, in Zukunft aus seiner WG auszuziehen und das Geld für eine eigene Wohnung zahlen zu können.
Sowie andere nicht zum Zahnarzt gehen, weil es ja wehtun könnte, wenn der schmerzende Zahn behandelt wird, meldetete er sich auch erst drei Wochen vor der Prüfung. In dieser knappen Zeit haben wir drei Sitzungen machen können und mit Hilfe von Hypnose an der auslösenden Situation, einer früheren Präsentation in seinem Job als Logistiker und seiner eigenen Einstellung sich selbst gegenüber gearbeitet.
Zusätzlich gab es Hausaufgaben, in denen er seine
Erlebensweisen in Situationen überprüfte, in denen er vor Fremden etwas sagen mußte. Hierbei ging es darum, selbstkritisch zu überprüfen, was die furchteinflößenden Situationen gemeinsam hatten und in welchen Situationen es keine Probleme gab.
Nach drei Wochen war der große Tag. Zwar hatte er immer noch etwas Angst,
allerdings nicht mehr als andere Studenten auch. Die Prüfung wurde erfolgreich absolviert - einige weitere Sitzungen zum "Festklopfen" der neuen Erfahrung folgten. Im Moment schreibt er an seiner Diplomarbeit.